Phänomen Schmuck

Das Tragen von Schmuck ist rational schwer zu begründen – und doch fasziniert er den Menschen seit jeher. Selbst als der Urmensch in der Natur noch Tag für Tag um seine Existenz kämpfen musste, nahm er sich die Zeit, Schmuck herzustellen und zu tragen. Tief im Inneren des Menschen verborgen liegt also die Sehnsucht, sich zu schmücken. Darüber hinaus kann Schmuck noch mehr: Er zeigt den Wunsch nach Individualität und Besitz, nach Zugehörigkeit oder Abgrenzung – damals und heute.

Heute ist das Tragen von Schmuck noch vielschichtiger geworden, wie prominente Beispiele zeigen: Bei Bundeskanzlerin Angela Merkel ist die Halskette unverzichtbarer Akzent ihrer klassischen Garderobe und für Moderatorin Sandra Maischberger ist ihr Bernstein-Anhänger ein liebgewordener Talisman. Doch niemand ließ Schmuck so sprechen wie die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright, die Broschen gerne passend zum Anlass eines Gesprächs oder einer Reise trug. Das hatte oft ein Augenzwinkern, war überaus charmant und zeigt auch die soziale Funktion, die Schmuck bis heute besitzen kann.

Doch ob man durch Schmuck Botschaften transportieren, seine Stellung offenbaren oder einfach seinen persönlichen Stil zeigen will – gemeinsam ist den meisten Menschen der Wunsch, ihr Schmuck möge Bestand haben. Das kann Modeschmuck kaum leisten, der allenfalls dekorativen Ansprüchen genügt und dessen Design sich schnell verbraucht.

Vielmehr wünscht man sich gerade in der heutigen Zeit Dauerhaftigkeit – sowohl in Bezug auf das Material, als auch auf die Ästhetik. Wünsche, die Echtschmuck durch hochwertiges Material, seltene Edelsteine und anspruchsvolles Handwerk erfüllen kann. In Verbindung mit der kreativen Materialwerdung einer Idee kann Schmuck gar zu einem sinnlichen Ereignis werden – ebenbürtig mit Musik, Literatur, bildender Kunst und Tanz.

Dann ist Schmuck ein Phänomen, das wir als Kultur bezeichnen.

Herzlichst

Ihre Goldschmiede Hofacker

 

Heinrich VIII (364x640)

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