Die Geschichte der Sommerzeit hat viele Hoch- und Tiefpunkte. Nun geht sie vermutlich im Jahr 2021 vorerst zu Ende – mal wieder.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hatte jede Region noch seine eigene Zeit, die sich am Stand der Sonne orientierte. So galt zum Beispiel in Bayern die „Münchener Ortszeit“ und in Preußen die „Berliner Zeit“ – letztere war übrigens den Bayern um sieben Minuten voraus.

Seit dem 1. April 1893 gilt in Deutschland die Mitteleuropäische Zeit. Das heißt: nicht ganz. Bereits seit 1916 wurde die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) immer mal wieder eingeführt – und wieder abgeschafft. Das bedeutete damals, dass die alte Faustregel, „Mittag ist dann, wenn die Sonne ihren höchsten Punkt erreicht hat“, nicht mehr stimmte und so hier und da für Verwirrung sorgte.

In der Nachkriegszeit gab es in Deutschland ein regelrechtes Zeitchaos, da in den drei westlichen Besatzungszonen die Sommerzeit verordnet wurde, in der sowjetisch besetzten Zone und in Berlin jedoch nicht. Hier galt die Moskauer Zeit. Zwischen Ost- und Westdeutschland klaffte so eine Zeitlücke von zwei Stunden. Zwischen 1947 und 1949 galt sogar jeweils zwischen dem 11. Mai und dem 29. Juni die sogenannte Hochsommerzeit, in der die Uhr um eine weitere Stunde vorgestellt wurde. Begründet wurde dies mit der Abhängigkeit vom Tageslicht infolge der vielerorts mangelnden Stromversorgung.

1950 war erst einmal Schluss mit der Sommerzeit. Erst 30 Jahre später wurde die MESZ wieder eingeführt, aus politischen und ökologischen Gründen. Zum einen beugten sich beide deutsche Staaten dem Druck des europäischen Auslandes, zum anderen war es die Konsequenz aus der Ölkrise von 1973. Man erhoffte sich eine Energieeinsparung, und zwar dadurch, dass die Menschen sich am Abend länger draußen aufhalten würden. Diese Hoffnung erfüllte sich nicht.

1996 wurden schließlich sämtliche Sommerzeiten Europas vereinheitlicht. Seitdem stellt Deutschland die Uhren von Ende März bis Ende Oktober (statt September) um. Doch die Abschaffung der Zeitumstellung in der EU rückt näher. In einer Onlineumfrage in der EU im Jahr 2018 hat sich eine Mehrheit von über 80 Prozent für ein Ende der Zeitumstellung ausgesprochen. Und das EU-Parlament hat Ende März 2019 ebenfalls für die Abschaffung im Jahr 2021 gestimmt. Demnach soll jedes EU-Mitgliedsland selbst entscheiden, ob es in zwei Jahren eine dauerhafte Winter- oder Sommerzeit einführen will. Wie auch immer sich Deutschland entscheiden wird, mit den hochwertigen und präzisen Uhren aus unserem Sortiment wie zum Beispiel der „Tangente Sport neomatik 42 Datum“ von Nomos ist man immer pünktlich – egal ob Sommer- oder Winterzeit.

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