Brillantschliff, Prinzessschliff, Smaragdschliff, Tropfenschliff – wer hin und wieder den Ausführungen der Experten in TV-Shows wie „Bares für Rares“ aufmerksam lauscht, wird diese Begrifflichkeiten ein ums andere Mal gehört haben. Was sich aber genau dahinter verbirgt, wird nicht erklärt. Daher nehmen wir uns die Zeit, Sie in die kleinen Geheimnisse des Diamant-Schleifens einzuweihen.

Nahezu jeder hat heutzutage bereits irgendwo einen funkelnden Diamant gesehen, sei es als einzelner Stein, oder eingefasst in diverse Schmuckstücke. Bis ein echter Diamant aber überhaupt seine volle Schönheit entfalten kann, bedarf es jeder Menge wahrer Kunst – Schleifkunst, um genau zu sein. Um den edlen Steinen ihr fast schon magisches Feuer zu entlocken, muss die Oberfläche in feinste Facetten geschliffen werden. Und dabei müssen sowohl Proportionen, als auch die einzelnen Winkel der Facetten zueinander genau stimmen.

Die Facetten sorgen für die harmonische Brechung des einfallenden Lichts. Die dadurch entstehenden Reflexe erstrahlen dann in allen Farben des Regenbogens. Je exakter der Schliff, desto besser die Reflexion des Lichts, desto intensiver das Funkeln des Steins. Dass beim Schleifen jede Menge Ausgangsmaterial verloren geht, das liegt in der Natur der Sache. Denn der Stein selbst gibt die Form des Schliffs vor, etwaige Einschlüsse nehmen ebenso Einfluss. So kann es durchaus vorkommen, dass bis zu 70 Prozent des Steins weggeschliffen werden, um das funkelnde Herz freizulegen.

Brillantschliff und die Totalreflexion

Wie eingangs erwähnt, gibt es ganz unterschiedliche Schliffarten. Der bekannteste und wahrscheinlich auch beliebteste Schliff ist der Brillantschliff. Hierbei handelt es sich um einen rund geschliffenen Diamanten mit exakt 57 Facetten. Das Feuer, oder auch Brillanz, welches bei perfektem Schliff entfacht wird, ist unübertrefflich und wird auch Totalreflexion genannt.

Brillantschliff

Auch der Tropfenschliff ist eine beliebte Art, Diamanten in Form zu bringen – in diesem Fall eben in die eines Tropfens. Hier hat der Diamant ein spitzes und ein rundes Ende. Die Proportionen des Steines unterliegen, anders als beim Brillanten, keinerlei Vorgaben.

Smaragdschliffe setzen Reinheit voraus

Ganz anders als die beiden vorangegangenen Schliffe präsentiert sich der Smaragdschliff, auch Emerald-Cut genannt. Wie der Name es vermuten lässt, wird dieser Schliff in erster Linie an Smaragden durchgeführt. Hier erhalten die Steine eine achteckige Form. Dieser Schliff setzt sehr klares Rohmaterial voraus, denn kleinste Unreinheiten sind hier deutlich sichtbar. Bei diesen Schliffen ist die Brillanz nicht ganz so hoch, da das Licht teilweise absorbiert wird.

Smaragdschliff

Prinzessschliffe: wenn die Steine quadratisch sind

Neben runden, tropfenförmigen und achteckigen Steinen gibt es auch noch eher quadratische Formen, für welche meist die sogenannten Prinzessschliffe heranzgezogen werden. Diese Schliffart ist hochkomplex, denn es werden zwischen 58 und 146 Facetten herausgearbeitet. Die hohe Anzahl an Facetten ermöglicht es dem Stein, auch bei wenig Licht größtmögliche Brillanz zu erzeugen. 

Prinzessschliff