Ticktack, ticktack, ticktack: Dieses heimelige Geräusch verbinden wir meist zuallererst mit einer mechanischen Uhr. Und für das sanfte und manchmal auch fordernde Ticken ist die sogenannte Hemmung verantwortlich.

Ob eine mechanische Uhr nun per Hand aufgezogen werden muss oder ein automatisches Werk besitzt: Damit sie gleichmäßig, geregelt und präzise läuft, muss die Antriebskraft des Uhrwerks reguliert, mehr noch, sogar kontrolliert werden. Dafür ist eine wichtige und zentrale Komponente zuständig: So haucht ihr die Hemmung als Herz der Uhr nicht nur Leben ein, sondern sorgt gleichzeitig dafür, dass die Aufzugsfeder sich nicht einfach entspannt oder das Aufzugsgewicht zu Boden fällt. Auch für das gleichmäßige Schwingen von Unruh und Pendel und die gleichförmige Bewegung des Räderwerks ist sie verantwortlich. Gäbe es die Hemmung also nicht, würden sowohl Räderwerk als auch Zeigerwerk einfach durchdrehen. Und: Die Hemmung ist die eine Komponente des Uhrwerks, die das beruhigende Ticktack einer Uhr verursacht.

Warum die Hemmung wichtig ist

Eine Uhr kann nur dann pünktlich sein, wenn alles so läuft, wie es soll, sie also nicht nur ganggenau, sondern auch einwandfrei funktioniert. In einer mechanischen Uhr werden die Schwingungen einer Feder als Zeitgeber genutzt. Als Energiespeicher der Uhr ist sie im Federhaus eingebettet und gibt dort die Energie über das Räderwerk an das Stunden- und Minutenrad weiter. Damit da nichts verloren geht und die Energie außerdem gleichmäßig abgegeben wird, kommt die Hemmung zum Einsatz. Bis heute sind mehr als 250 verschiedene Hemmungskonstruktionen entstanden, die sich in drei Hauptgruppen unterteilen lassen. Je nach Funktionsweise und Konstruktion gibt es die rückführende, die ruhende und die freie Hemmung. Die Schweizer Ankerhemmung beispielsweise wird am häufigsten im Kleinuhren eingesetzt und ist deshalb besonders verbreitet. Wie alle Hemmungen besteht sie im Wesentlichen aus drei Bauteilen, dem Ankerrad, dem Anker und der Unruh. Sie zählt dabei zu den freien Hemmungen und dreht sich nach dem ersten Anker-Impuls frei.

Der Grund für das Ticken

Nach dem Aufziehen der Uhr ist die Feder gespannt. Das Ankerrad, ein spezielles Zahnrad, ist dabei nicht direkt mit dem Federhaus verbunden, aber das letzte Rad in dieser feinen Übersetzung. Dank des Ankerrads kann die Feder die Energie nur nach und nach abgeben: Der wie eine Zange geformte Anker greift mithilfe eines Arms in einen Zahn des Ankerrads und bremst die Bewegung. Angetrieben wird der Anker dabei bei der Hinbewegung durch die Feder und bei der Zurückbewegung durch die Unruh. Das gleichmäßige Stoppen und Weitergeben der Bewegung sorgt dafür, dass sich das Ankerrad immer nur ein kleines Stückchen fortbewegen kann. So entsteht schließlich auch das berühmte Ticken: Es ist das Geräusch der Hin- und Herbewegung des Ankers und des Einhakens in das Ankerrad.

Foto: Nor Gal/Shutterstock

 

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