Bei hochwertigen Uhren schützt in der Regel ein sogenanntes Saphirglas das Zifferblatt. Dieses besteht allerdings nicht aus einem natürlichen Edelstein, und Glas im eigentlichen Sinn ist es auch nicht.

Saphirglas ist ähnlich hart wie natürlicher Saphir und wird auch als “König unter den Uhrengläsern” bezeichnet. Es ist hochreines Aluminiumoxid und wird synthetisch nach dem Verneuill-Verfahren hergestellt. Dabei wird bei 2.050 °C Aluminiumoxid-Pulver geschmolzen und daraus eine sogenannte Kristallbirne mit einem Durchmesser von zirka 20 bis 50 Millimeter erzeugt. Mit einer Diamant-Trennscheibe wird diese in Scheiben geschnitten und aufwändig poliert. Fertig ist das Uhrenglas.

Bei „Tangente Sport neomatik 42 Datum“ von Nomos Glashütte besteht auch der Boden aus Saphirglas.

Saphirglas ist nach dem Diamant das zweithärteste durchsichtige Material überhaupt. Das erklärt auch seine enorme Kratzfestigkeit. Weitere Vorteile sind seine dauerhafte brillante Klarheit und die hohe Bruchfestigkeit. Aufgrund seiner chemischen Struktur bricht es aber das Licht sehr stark. Daher sollte man beim Kauf einer Uhr darauf achten, dass das Saphirglas entspiegelt ist.

Mit bloßem Auge ist Saphirglas übrigens kaum von dem ebenfalls häufig für Uhrenglas verwendeten Mineralglas zu unterscheiden. Mit einem Trick kann man es aber herausfinden. Wenn man einen Wassertropfen auf das Uhrenglas gibt und dieser nicht zerfließt, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Saphirglas.

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